MAN SD200 + MAN SD202
Der Standard-Doppeldecker

SD73 | BVG 2514 - 2515 | Prototypen


Allgemein:

Aufgrund der Typen-Vielfalt bei den Nachkriegs-Bussen, die hauptsächlich durch die vier größten Bus-Hersteller Büssing, MAN, Magirus & Mercedes-Benz bestimmt wurden, beschlossen die größten Verkehrsbetriebe, ein Standardisierungs- programm ins Leben zu rufen. Fortan legte der VÖV - Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (heute Verband deutscher Verkehrsbetriebe VDV) einen Katalog vor, der eine Standardisierung & Preiserleichterung der Großserien vorsah, um u.a. die Ersatzteil-Beschaffung zu erleichtern. Auch sollten nun serienmäßig bestimmte einheitliche Baugruppen, wie z.B. auch der Standard-Fahrerplatz, verwendet werden. Auch die Aussenmaße des Aufbaus, Sitzabstände und der Fenster wurden dadurch standardisiert.

   ⇒ Prototyp 2514 kurz vor Auslieferung | © Foto BVG 

Die BVG entwickelte, in Zusammenarbeit mit MAN, nun eigenständig, der aus dem VÖV-Richtlinie resultierenden Vorgaben, einen eigenen Doppeldecker. Allerdings musste hierfür ein eigens entwickeltes Chassis entwickelt werden, da die für VÖV-Fahrzeuge verwendeten Standard-Chassis durch ihre Bauhöhe nicht in Frage kamen. Den Aufbau führte dann zunächst der in Berlin ansässige "Haus-Schneider" Gaubschat, der bereits die Vorgäner-Doppeldecker der BVG karossierte.

Die 1973 fertig gestellten Doppeldecker wurden im September 1973 auf der IAA in Frankfurt/Main, jeweils auf den Ständen der MAN (2514) und der Fa. Gaubschat (2515) vorgestellt. Die Anmeldung der beiden Fahrzeuge durch die BVG erfolgte Mitte Januar 1974.


Lieferlose:

2 Wagen (BVG 2514 & 2515) GB - Gaubschat


Technik:

Motor: 192 PS - MAN D 2556 MXUH

Getriebe:
2514: 2 Stufen Voith 506 DIWA
2515: 3 Stufen Voith 851 DIWA


Maße & Gewichte:

Länge: 11,5 m
Breite: 2,5 m
Höhe: 3,99 m

Gewicht: ca. 11 to.


Karosserie & Ausstattung:

1 Treppe (Mitte)
Frontklappe: Büssing mit Löwe
Anzeige: manuell bedienbares Brose-Rollband Front & Seite 1.Fenster
Rückleuchten: rund
Felgen: Trilex, später Tublex mit Abdeckung


Sitzplätze:

UD: 35 Sitzplätze + 12 Stehplätze
OD: 53 Sitzplätze

Sitze: grüne Kunststoffbezüge
Sitzgestelle: rostbraun


Besonderheit:

Diese beiden Wagen hatten damals im Heck noch keine im Blech eingelassene Linienanzeige, sondern einen extra Linienkasten, der sich hinter der unteren Heckscheibe befand.

Auffällig auch war die vordere Ziel-/Linienanzeige, die damals noch aus dem Standardprogramm des Eindeckers entnommen wurde. Sowohl die Nummernanzeige, als auch die Zielanzeige wurde in einer Anzeige durch manuell bedienbare Brose-Bänder angezeigt. Bei den späteren Serien-SD's wurde die Linienanzeige von der Zielanzeige getrennt und separat dargestellt.

Auch vielen die beiden Fontscheiben im Oberdeck auf. Sie waren an der Mittelstrebe mit abgerundete Ecken gestaltet. Bei späteren Serien-SD's wurde darauf aus optischen Gründen verzichtet um ein optisch einheitlicheres Bild mit der unteren Frontscheibe herzustellen.

Beide Wagen wurden ursprünglich mit, mittig über der Linien-/Zielanzeige angebrachten, Rohrbügelantenne ausgestattet, wobei 2514 diese bereits bei Indienststellung verlor und nur noch die Halterung erkennbar war. 2515 hingegen trug seine Rohrbügelantenne noch eine Weile, bis auch diese, mit einer auf dem Dach angebrachten Stabantenne ersetzt wurde.




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